Eben erst komme ich vom Webkongress Erlangen 2008 zurück, und nun sitze ich schon wieder vor dem Rechner.
Es war eine sehr schöne Konferenz. Ich war auf einigen ähnlichen Events und habe mich selten so gut unterhalten. Das liegt natürlich auch an der Evolution der Besuche. Zu Beginn war ich als Teilnehmer dort und kannte keine Sau, dann kannte ich irgendwann einige Leute. In diesem Fall war ich einer der Referenten und kannte recht viele Leute, weil allein sieben weitere Webkrauts Vorträge gehalten haben und ein weiteres halbes Dutzend Webkrauts im Publikum saß. Das macht Laune.

Für uns Webkrauts war es wieder mal recht familiär, mittlerweile sind immer genügend von uns auf solchen Events. Man kennt sich halt, kann sich unterhalten, vor allem auch auf höherem Niveau, wenn es um Webstandards, Accessibility oder Usability geht. Insbesondere konnten wir nebenbei ein paar Webkrauts-Aktionen planen, zum Beispiel den diesjährigen Adventskalender.
Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, wie Nicht-Webkrauts unser geballtes Auftreten wahrnehmen. Natürlich können wir so auf die Webkrauts und unser Streben nach Standards hinweisen. Andererseits wirkt es vielleicht seltsam, wenn Referenten Leute im Publikum oft mit Vornamen anreden können. Das wirkt immer etwas abgeschottet, vielleicht elitär?
Auch wenn Jens Grochtdreis und Nils Pooker in ihren Vorträgen darauf hingewiesen haben – ich wiederhole es gerne: Wer sich für Webstandards einsetzt (und weiß, worum es geht), ist bei den Webkrauts willkommen, um sich aktiv mit Artikeln oder an Aktionen zu beteiligen. Neuzugänge gibt es immer wieder, und wir bieten jedem die Möglichkeit, sich zu beteiligen.
Die Vorträge wurden – für mich – überraschend gut präsentiert. Man kennt es sonst von ähnlichen Veranstaltungen, dass immer ein, zwei Leute dabei sind, die von Zetteln ablesen müssen. Hier konnten alle Referenten, die ich gesehen habe, frei reden. Und nicht nur das. Die Vorträge waren auch nicht so lahm, wie man es manchmal von deutschen Referenten erwartet. Es heißt ja meist, die Amis und Engländer seien da viel lockerer. Aber in diesem Fall konnten wir zweifelsohne mithalten.
Einzig ein Vortrag fiel aus dem Rahmen. Ich nehme an, es ist unhöflich, als Referent andere Referenten zu kritisieren, aber damit kann ich leben.
In jenem Vortrag gab es folienweise lange, englische Texte. Wirklich lange Texte. Das machte den Vortrag ausgesprochen träge. Mir egal, ob die Folien irgendwo entliehen waren oder nicht. Für Folien muss es möglich sein, die Texte auf das Wesentliche zu kürzen und zu übersetzen. Dann hätte man auch die Zeit gehabt, deutlicher auf die Inhalte einzugehen.
Nachdem ich seit Wochen Freunden und Bekannten freudig erzähle, dass ich einen Vortrag mit dem Titel »Wenn der Hund beim Jonglieren scheitert, sollte er vielleicht das Kleid ausziehen« halten werde, war es nun soweit. Es ging um Content Usability, ein Thema, das der Titel freilich nicht unbedingt nahelegt.
Ich habe meine 83 Folien in sportlicher Zeit geschafft. Ich wusste, dass ich schnell sein würde, vielleicht etwas zu schnell. Beim nächsten Mal könnte ich ein paar Folien weglassen und mich mehr über den Inhalt der Beispiele auslassen.
Nach dem Vortrag habe ich angeboten, die Content Usability von Webseiten in einer Blitzkritik unter die Lupe nehmen. Davon haben an beiden Tagen auch einige Leute Gebrauch gemacht, was mich sehr gefreut hat. Dafür habe ich es ja angeboten. Natürlich konnte ich nicht auf Details eingehen, zumal ich nichts über die Hintergründe wusste, aber ein paar Punkte waren auf den meisten Seiten durchaus verbesserungswürdig.Dazu schreibe ich vielleicht nochmal was Grundsätzliches auf pisto-magazin.de.
Die beiden Bilder hier stammen übrigens aus dem Vortrag. In den nächsten Wochen wird es ein kommentiertes PDF des Vortrages geben, ebenso wie einen Podcast (vermutlich). Ich weiß noch nicht, wieviel man mit der Aufnahme anfangen kann, weil ich in meinem Vortrag viele Screenshots gezeigt habe. Aber die Kombination Podcast und PDF dürfte aussagekräftig sein.
Wer in Erlangen dabei war, darf den Vortrag gerne hier bewerten.

Als nächstes werde ich beim Barcamp in Berlin am 18. und 19. Oktober anzutreffen sein. Dann biete wahrscheinlich die Sessions »Einführung in Drupal« und »Die digitale Intimsphäre« an.
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