Üblicherweise habe ich keine Web-Projekte, bei denen sich Werbung in welcher Form auch immer anbieten würde. Auf textformer.de macht es gar keinen Sinn, bei designfragen.de würde es vermutlich ebenso unseriös wirken, in meinem Blog wäre es evtl. möglich – wenn ich mich mehr um das Blog kümmern würde. Insofern habe ich bisher nicht viel mit Online-Werbung zu tun gehabt, außer vielleicht eine Handvoll Artikel zum Thema zu lesen.
Nun, die nächsten Webprojekte stehen an. Und vermutlich werde ich auf der einen oder anderen Seite nun doch mit Werbung experimentieren. Grund genug, mich über den Stand der Dinge mal grundlegend zu informieren. Zum Beispiel mit dem Buch »Geld 2.0« von Vladimir Simovic (Perun) und Christopher Meil aus dem Verlag mitp. Darin zeigen die Autoren, wie sich mit einer Webseite, einem Blog, Forum oder Portal über Angeboten wie AdSense, Amazon und Co. Geld verdienen lässt.
Das Werk bietet einen recht umfassenden Überblick, den ich so gar nicht erwartet hatte. Gut, dass Google und Amazon einen großen Teil ausmachen, hatte ich mir schon gedacht. Von teliad andererseits hatte ich noch nicht einmal gehört. Und ich wusste auch nicht, dass man mit Books on Demand erfolgreich sein kann, geschweige denn, dass es mittlerweile derart viele Shirt-Shops gibt. Gut zu wissen, wenn man tatsächlich alle Optionen ausschöpfen möchte, um mit seiner Webseite Geld zu verdienen.
Bei den großen Services erzählen die Autoren aus der eignen Praxis. Bei anderen Angeboten kommen einige Interviepartner zum Zuge. Überhaupt halte ich die Interviews für einen großen Pluspunkt, denn gerade Tipps für Werbung lassen sich schwer pauschalisieren, weil es sehr darauf ankommt, um welche Webseite es geht. Und da runden die Interviewpartner einfach die Auswahl ab.
Leider ist es immer noch so, dass es nicht wirklich viele Erhebungen darüber gibt, wieviel Geld in Deutschland über Webseiten zu verdienen ist. Im Buch wird an mehreren Stellen auf eine bekannte Umfrage bei Robert Basic verwiesen. Viel mehr ist diesbezüglich anscheinend nicht herauszubekommen. Vermutlich wird man hier noch zwei, drei Jahre auf weitere Erhebungen warten müssen.
Ebenfalls hatte gehofft, dass mehr Interviewpartner konkrete Zahlen über ihren Verdienst nennen. Aber da es hierzulande nicht gerade üblich ist, über Verdienste zu sprechen, muss man sich an einigen Stellen mit Andeutungen zufrieden geben.
Insgesamt bietet das Buch einen guten Einstieg für Menschen, die sich zum ersten Mal mit der Thematik befassen – oder wie ich über ein paar grundlegende Artikel nie hinausgekommen sind. Sehr gut finde ich auch die häufigen Hinweise, es mit der Werbung nicht zu übertreiben und mehr Wert auf gute Inhalte zu legen.
Ich habe nur zwei minimale Punkte zu bemängeln. Zum einen der Titel: Geld 2.0? Ich kann das Web 2.0-Gedöns nicht mehr hören. Ja, es ist ein sehr guter Marketing-Begriff. Und den nun in »Geld 2.0« umzuwandeln hört sich auch kurz und bündig an für »Geld verdienen mit modernen Webseiten«. Trotzdem, zu oft gehört.
Zum anderen kann ich mich mit schwarz-weiß Büchern nicht anfreunden. Ich kenne das Argument der Verlage. Farbe kostet mehr, und bei diesem Buch ist es nicht zwingend nötig, denn die Informationen lassen sich auch ohne Farbe rüberbringen. Trotzdem, ich bin Mediendesigner, ein wenig Farbe macht das Buch frischer und angenehmer fürs Auge. Für 30 Euro will ich Farbe sehen. Genau genommen will ich bereits ab 15 Euro Farbe sehen. Mir egal, worum es geht.
Beides freilich keine Gründe, die dem Inhalt schaden. Insofern: Wer immer mal ausprobieren wollte, wie er mit seiner Webseite Geld verdienen kann, findet in Geld 2.0 sehr gute Starthilfen.
Ich sollte vielleicht – quasi als Disclaimer – hinzufügen, dass Vladimir Simovic, einer der Autoren, ebenso wie ich bei den Webkrauts aktiv ist. Er hat mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Hätte ich mir das Buch selbst gekauft? Vermutlich nicht. Da ich mich sonst im Netz zu Hause fühle, hätte ich einfach losgelegt und ausprobiert. Allerdings hätte ich dann mit AdSense und Amazon angefangen. Nun werde ich mir lieber einmal teliad genauer ansehen. Und auf teliad wäre ich nicht gekommen, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte. Andere Leute mögen darin andere Partnersystem und Angebote finden, von denen sie nie etwas gehört habe.
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